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Hammam Oktogon, Weihergasse 3, Bern
Bau eines Hammams im Oktogon


Bauherrschaft:

Aqua-Spa-Resorts, Mägenwil
Konzept: Roger Bernet
Architekt:

Architekt Rohbau, Gebäudehülle, Projektanpassungen, Werk- und Detailplanung, exkl. Bauleitung:
Gody Hofmann, Architekten AG, Bern
Innenarchitektur:
Roland Schön AG, Zürich
Generalunternehmung:
MLG Generalunternehmung AG, Bern
Bauten Übersicht Kurzbeschrieb:

Ein Hammam ist ein Dampfbad, welches sich ursprünglich im arabischen Raum und in der Türkei finden lässt. Die Besucher legen ein spezielles Handtuch (Pestemal) als Lendenschurz an und begeben sich auf den Rundgang. Dieser besteht aus verschiedenen Bereichen, in denen man sich reinigt, massieren lässt, den heissen, mit Kräutern versetzten Dampf auf sich einwirken lässt und sich von Zeit zu Zeit mit lauwarmen Wasser übergiesst. Anschliessend erholt man sich im Sicaklik, dem zentralen Bad mit 13 Meter Raumhöhe, vom Reinigungsrundgang.

Baugeschichte:

Oktogonaler Gewerbebau aus dem Jahre 1888 auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks der Stadt Bern. Der auffällige Eckbau wurde über den Grundmauern eines der ursprünglich drei Gasometer von 1843 errichtet. Die Wände sind mit je zwei bzw. drei durchgehenden stichbogigen Blenden gegliedert, die über dem rundlichen Gurtgesims des Erdgeschosses ansetzen und bis zum Kranzgesims reichen. Das Dach wird bekrönt von einem umlaufend befensterten, ebenfalls oktogonalen Laternenaufsatz. Der Bau ist ein Beispiel des bunten Industriestils jener Epoche mit der typischen, historistischen Grundhaltung.
Von der Denkmalpflege der Stadt Bern als schützenswert eingestuft.

Kosten: Fr. 6,5 Mio

Ausführung: Juli - Dez 2007

Pläne
Aus „Unter dem Halbmond“ von Helmuth von Moltke, 1835
„Man schlug mir vor, ins Hamam oder türkische Bad zu gehen (…) Wir traten in ein weites hohes Gebäude, in dessen Mitte ein Springbrunnen plätscherte (…) Ich verspürte nicht die geringste Versuchung, nur das kleinste Stück meiner Toilette abzulegen; überdies sah ich überhaupt keine Badewanne (…) Der Badewärter, der in unseren bedenklichen Mienen las, führte uns in ein zweites Gewölbe, in dem schon eine ganz anständige Hitze war. Hier bedeutete man uns durch Zeichen, dass wir uns entkleiden möchten; man wickelt sich ein halbseidenes blaues Tuch um die Hüften und bekommt ein Handtuch als Turban um den Kopf, von dem angenommen wird, dass er nur aus Versehen nicht geschoren ist. Nach dieser Einkleidung schob man uns in eine dritte gewölbte Halle hinein, deren marmorner Fußboden so stark geheizt war, dass man ihn nur auf hölzernen Pantinen betreten konnte. Unter der Mitte der Kuppel (…) erhebt sich ein zwei Fuß hohes Plateau mit Marmor, Jaspis, Porphyr und Agat reich ausgelegt, auf welches man sich behaglich hinstreckt.

Fotos: Ch. Blaser, Bern